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Tierliebe - oder doch was falsch verstanden?
Donnerstag, den 04. August 2011 um 08:44 Uhr
Irgend etwas stimmt nicht an dieser Geschichte! Aber fangen wir von vorne an. Kürzlich las ich auf der Homepage unserer BM-Kandidatin, dass man zum Abschluss des Wahlkampfes im Park ein Fest mit Feuerwerk veranstalten wolle. Im Kommentar einer Leserin stand dann zu lesen, dass sie Feuerwerke aus Tierschutzgründen ablehne. So kritisierte sie auch das Feuerwerk der San-Palino-Prozession Anfang Mai an gleicher Stelle: "Dieses Jahr wurde so viel gebollert…die Vögel stoben in alle Richtungen davon. Das war Anfang Mai und die Vögel haben sicher noch gebrütet. Leider konnte ich meine Katze vorher nicht abrufen. Sie befand sich im Park u. wußte in ihrer Panik gar nicht, wie sie heim kommen soll. Jedes Feuerwerk ist für meine Katzen purer Stress.".

Die Partei reagierte auf die Klage der Leserin und versprach artig, kein Feuerwerk abzubrennen. Ob der BM-Kontrahent, der einen Tag vorher am Lokschuppen feiern will, überhaupt ein Feuerwerk geplant hat und falls ja, auch darauf verzichtet, ist bislang leider nicht überliefert. Spielt aber genau genommen auch keine Rolle.

Zurück zum Thema: Ok, dass manche Tiere wirklich panisch auf das Geballere reagieren, ist unbestritten. Meine Katze macht sich nichts daraus, nein, sie schaut dem bunten Lichtertreiben sogar gerne zu. Aber das nur am Rande. Wirklich verwundert mich nur die Argumentation der Tierliebhaberin. Macht sie sich doch ernsthaft Gedanken um die Vögel im Park und deren Brut, wenn es mal fünf bis zehn Minuten knallt.

Ich frage mich aber ernsthaft, ob nun von einem Feuerwerk oder einer stundelang und regelmäßig im Park umherstreifenden Hauskatze eine größere Gefahr ausgeht. Katzen sind von Natur aus Jäger und Räuber. Aus jahrzehntelanger Erfahrung als Katzenbesitzer weiß ich, dass auch die bravste Hauskatze kaum umhin kommt, beim Ausgang auch mal gefiederte Beute zu machen. Und selbst wenn nun gerade die oben erwähnte Katze wirklich keinen Vogel verfolgen sollte, ist für die Piepmätze alleine schon ihr Anblick Grund genug, in Panik zu verfallen.

Nun werte Leser sagen sie mir, was langfristig gesehen unangenehmer für die gefiederten Bewohner unseres Stadtparkes ist: Ein oder zwei Feuerwerke im Jahr oder die häufige Präsenz eines oder gar mehrerer pelziger Beutegreifer?

Euer Tillo


 
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